Mittagessen mit Justus Jonas, Frank und Bob: Essener Polizei beim „Lauschgericht“

Mehr als 2000 Menschen haben am bundesweiten Vorlesetag an mehr als 70 Tischgemeinschaften am „Lauschgericht“ im Ruhrbistum teilgenommen. Der Essener Polizeipräsident Frank Richter las in einer Kinder-Tagesgruppe zum Mittagessen.

„‘Der Hausbesitzer scheint einem besonderen Geschmack zu frönen‘, kommentierte Justus, während er das Tier musterte. Bob klingelte“, liest Polizeipräsident Frank Richter in tiefer Erzählstimme. Leise klappern Messer und Gabeln über den mit Tortellini gefüllten Tellern, die Löffel kratzen durch den letzten Rest Schoko-Vanille-Pudding. Neun Kinder der Essener Tagesgruppe der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung hören gespannt den Abenteuern zu, während sie zum Mittag essen.

„Wenn die Polizei kommt, muss es eine Detektivgeschichte sein“

Zum ersten Mal liest Polizeipräsident Frank Richter in der Tagesgruppe vor, hat schon öfter am Lauschgericht des Bistums Essen teilgenommen. „Das man wieder zu Lesen kommt, ist schön. Ich halte das für wichtig, gerade hier bei den Kindern, die vielleicht manchmal überflutet sind von Film und Fernsehen. Einfach mal wieder ein gutes Buch zu lesen und dazu anzuregen, ist eine tolle Aktion“, sagt der 60-Jährige. „Wenn die Polizei schon kommt, muss es natürlich auch eine Detektivgeschichte sein“, erklärt er seine Literaturauswahl für das Lauschgericht. Auch Maja* hat die Geschichte gut gefallen. „Die drei Fragezeichen kenne ich, diese Geschichte aber noch nicht“, sagt die Neunjährige.

Als Frank Richter den letzten Satz des Abenteuers der drei Fragenzeichen beendet hat, können sich die Kinder nicht mehr ganz so leicht auf ihren Stühlen halten. Denn sie wissen: Jetzt kommt noch ein besonderer Mitarbeiter der Polizei. Polizistin Florence Buttler trägt ihn auf dem Arm herein, setzt ihn auf dem Boden ab: Polizeihund Peng, ein kleiner Pekinese. Sonst ist er im Einsatz, wenn Kinder etwa nach Unfällen traumatisiert sind, lässt sich streicheln und kuscheln. Auch von den Kindern der Tagesgruppe lässt er sich geduldig streicheln, rollt sich genießend auf dem Boden.

Das Blaulicht im Polizeiwagen testen

Dann geht es nach draußen. Auf dem Parkplatz hinter dem Haus stehen zwei Polizeiwagen. Die Kinder dürfen sich reinsetzen, das Blaulicht anmachen, Fragen stellen. Maja* sitzt auf dem Beifahrersitz, nimmt das schwarze Funkgerät in die Hand. „Roger, Roger, wo seid ihr?“, fragt sie. Dann steigt sie aus, reckt sich kurz bis an das Dach des Wagens und schaut, ob das Blaulicht auch wirklich funktioniert. Für sie steht fest: „Das war das Coolste heute!“

70 Tischgemeinschaften in 14 Städten

Insgesamt haben sich beim Lauschgericht am Freitag, 15. November, mehr als 70 Tischgemeinschaften in 14 Städten des Ruhrbistums gegründet, gut 2000 Menschen lauschten beim Mittag- oder Abendessen den Geschichten der Vorleser. „Das Lauschgericht greift die klösterliche Tradition der Tischlesung auf. Überall dort, wo sich Menschen beim Mittag- oder Abendessen treffen, liest der Vorleser aus einem Buch vor, das er selbst ausgewählt hat“, erklärt Vera Steinkamp, Leiterin des Medienforums, das Konzept des Projekts zum bundeweiten Vorlesetag, das nun zum sechsten Mal stattfand. Vorleser und Zuhörer kennen sich meistens nicht.

Tischgemeinschaften gab es in diesem Jahr in Essen, Duisburg, Mülheim, Bochum, Oberhausen, Gladbeck, Bottrop, Gelsenkirchen, Hattingen, Wetter, Sprockhövel, Altena, Lüdenscheid und Schwelm.

*Name geändert

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