Medienpreis der Kirchen für Serie über Fotos totgeborener Kinder

Für eine Serie über eine Fotografin, die totgeborene Kinder porträtiert, ist Jessica Schütz von Radio Bonn/Rhein-Sieg mit dem medienethischen Sonderpreis der Kirchen in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Die mit 2.500 Euro dotierte Ehrung wurde am Freitagabend, 15. November, in Düsseldorf beim Hörfunkpreis der Landesanstalt für Medien (LfM) verliehen.

In der Begründung der Jury heißt es, die Journalistin habe sich ein Thema gesucht, "das schwierig ist, sehr berührend, aber auch auf eine sehr ungewöhnliche und originelle Art und Weise das Thema Tod und Trauer behandelt." Dabei sei es ihr gelungen, nicht nur die Fotografin zu ihrem ehrenamtlichen Engagement zu befragen, sondern auch eine Mutter eines sogenannten Sternenkindes, die beschreibt, was ihr diese Fotos bedeuten.""Alles andere als traurig, sondern richtig lebensfroh" stelle Schütz den Wert des Ehrenamts auf nicht alltägliche Weise dar, so die Jury weiter: "Sie betont den Wert und die Würde des menschlichen Lebens von Anfang an auf eine sehr emotionale und trotz des schwierigen Themas sehr positive Art."

Eine lobende Erwähnung erhielten außerdem Julian Leonhardt für eine Serie auf Radio 90,1 Mönchengladbach über ein Zeitzeugenprojekt zur Kriegs- und Nachkriegszeit sowie Melanie Hermann mit einer Serie über Tod und Trauer auf Radio Duisburg. Leonhardt berichtet über Schüler, die Interviews mit Menschen gemacht haben, die die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit miterlebt haben. Beeindruckend, so die Jury, seien "insbesondere die bewegenden Töne der Zeitzeugen". Melanie Hermann nähert sich von verschiedenen Seiten dem Thema Tod und Trauer. Unter anderem besucht sie einen "Letzte-Hilfe-Kurs", einen Notfallseelsorger, einen Bestatter und einen Jugendlichen, der mit 8 Jahren seinen Vater verloren hat. "Besonders wichtig und gut gelungen", so die Jury, sei "der Servicecharakter der gesamten Serie, der auch noch unterstrichen wird durch die Begleitung auf der Homepage des Senders".

Mit dem "Medienethischen Sonderpreis" zeichnen die Kirchen Sendungen aus, die aktuelle Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens aufgreifen. Mit der Ehrung sollen Journalisten in den NRW-Lokalradios ermutigt werden, auch vermeintlich schwierige Themen aufzugreifen und dabei an Grundwerte zu erinnern. In der Jury saßen:

  • Gotfried Bohl, Nachrichtenchef der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA, Bonn
  • Dr. Stephan Kronenburg, Leiter der Abteilung Medien- und Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Münster
  • Ingo Lehnick, Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes epd West, Düsseldorf
  • Siegfried Ochs, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Isterlohn und Rundfunkpastor
     

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