Statistik: Bistum zählt weniger Katholiken, mehr Austritte – und mehr Trauungen

Die 42 Pfarreien im Ruhrbistum zählten Ende 2018 noch gut 750.000 Mitglieder. Die Zahl der Austritte legte deutlich zu. Weniger Teilnehmer in Sonntagsgottesdiensten – aber katholische Trauungen werden immer beliebter.

755.076 Katholiken zählten die Pfarreien zwischen Duisburg, Bochum und dem märkischen Sauerland Ende 2018 in ihren Reihen. Das geht aus der Jahresstatistik hervor, die das Bistum Essen an diesem Freitag zeitgleich mit allen deutschen Bistümern veröffentlicht. Die Mitgliederzahl der Kirche im Bistum Essen ist damit binnen eines Jahres um 16.921 Frauen und Männer bzw. um mehr als 2 Prozent gesunken. Dieser prozentual stärkste Rückgang seit 1994 ist nicht allein durch die 5526 Kirchenaustritte (1154 mehr als im Vorjahr) zu erklären. Vielmehr führen die Bistums-Statistiker als Gründe unter anderem auch eine Korrektur der Meldebestände in der Stadt Gelsenkirchen sowie deutlich mehr Verstorbene (rund 12.700) als Getaufte (5157) an und vermuten, dass in 2018 mehr Katholiken aus dem Ruhrgebiet weg- als zugezogen sind.

Seit drei Jahren wachsende Zahlen bei Trauungen

Eine erfreuliche Entwicklung aus Sicht der Kirche markiert die Nachfrage nach kirchlichen Trauungen: Mit 1197 Hochzeiten verzeichneten die Pfarreien des Bistums im dritten Jahr in Folge ein Plus. Als einen möglichen Grund verweisen die Statistiker hier neben dem großen Engagement der Pfarrgemeinden auf das Trauteam des Bistums: Brautpaaren, die keine Anbindung an eine Gemeinde haben, vermittelt dieses über die Internetseite trauteam.bistum-essen.de erreichbare Team je nach Bedarf einen Priester oder Diakon und eine passende Kirche und hilft bei allem, was sich Hochzeitspaare sonst noch für eine katholische Trauung wünschen.

Weniger Sonntagsmessen – und weniger Gottesdienstteilnehmer

Weniger Teilnehmer zählten die 42 Pfarreien des Ruhrbistums in ihren Sonntagsmessen: Im Schnitt besuchten im vergangenen Jahr zwar immer noch jedes Wochenende knapp 60.000 Menschen an Rhein, Ruhr und Lenne einen katholischen Gottesdienst – gemessen an der Gesamtzahl der Katholiken waren dies aber lediglich 7,77 Prozent (Vorjahr: 8,4 Prozent). Dieser Rückgang geht mit einer Reduzierung der Sonntagsmessen von bistumsweit 513 auf 489 einher, zugleich sank der durchschnittliche Gottesdienstbesuch von 126 Teilnehmern pro Messe auf 120.

Mehr Austritte nach neuer Diskussion über Missbrauchsfälle

Ein Anstieg der Austrittszahlen im letzten Drittel des Jahres 2018 legt den Schluss nahe, dass die im vergangenen Herbst neu entbrannte Diskussion über Missbrauchsfälle durch Priester und andere Mitarbeiter der katholischen Kirche Katholiken verstärkt zum Kirchenaustritt bewegt hat. Im Herbst hatte die von der Kirche selbst in Auftrag gegebene sogenannte MHG-Studie über Missbrauchsfälle in den vergangenen Jahrzehnten neue Details und erstmals auch statistische Dimensionen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche in Deutschland offenbart. Gleichwohl markieren die Kirchenaustritte im vergangenen Jahr (5526 oder 0,73 Prozent der Kirchenmitglieder) keinen Spitzenwert in der Bistumsgeschichte.

Weitere Zahlen aus dem Ruhrbistum

Eine Übersicht, eine Infografik und die komplette kirchliche Jahresstatistik des Bistums Essen finden Sie auf der Internetseite "Zahlen Bistum Essen".

Pressestelle Bistum Essen

Zwölfling 16
45127 Essen

0201/2204-266

0201/2204-507

presse@bistum-essen.de

Presse